Man muss kein Borg sein, um BI zu machen…

Vielleicht geht es ja so manchem wie mir. Business Intelligence? Ich kann mich noch erinnern, wie manche meiner Studienkollegen vor etlichen Jahren mir voller Stolz erzählten, dass sie sich jetzt auf Data Warehousing spezialisiert haben. So Ende der 90er, Anfang 2000 war man jemand besonderes, wenn man sich in diesem Umfeld auskannte. Eine vielgefragte Person, die de facto in der ganzen weiten Welt herumreist und so gut wie kein Privatleben mehr hat, weil es so viele Aufträge gibt.

Wieso also sollte man sich ausgerechnet heute noch auf dieses Thema spezialisieren wollen? Die Profis von damals, die jetzt schon seit 10 Jahren im Geschäft sind und mit ihren Cubes ganze Firmen assimiliert haben, haben ja nicht geschlafen.

Doch bevor ich diese Frage beantworte, möchte ich noch eine andere Frage beantworten. Es ist eine Frage aus dem Buch „Smart Business Intelligence Solution with Microsoft SQL Server 2008“. Dort wird festgestellt, dass BI für viele immer noch ein Randthema ist. Vor allem bei Entwicklern ist es erschreckend, wie viele noch irgendwelche Programmierkonstrukte basteln würden, wo man einen OLAP Cube verwendet könnte. Wenn also BI ein Feld mit unzähligen Möglichkeiten ist, wieso stürzt sich dann nicht jedes Unternehmen darauf, BI Lösungen bei sich einzuführen.

Die Antwort der Autorin lautet, weil BI bislang immer ein Thema war, dass sehr komplex war und somit nur große Unternehmen sich auf das Thema gestürzt haben. Bei Microsoft wurde das Thema erst mit dem Release des SQL Servers 2005 greifbar. Ab da wurde es auch für den durchschnittlichen Entwickler ohne große Aufwände machbar, BI Lösungen zu konzipieren.

Jetzt kommen wir zur Antwort auf meine erste Frage: Warum man sich heute mit BI auseinandersetzten sollte, selbst wenn es Profis am Markt gibt, die das schon 10 Jahre machen: Sicher war der Release von MSSQL2005 ein Meilenstein, doch der Release von Sharepoint 2010 und Office 2010 wird zum Quantensprung.

„MOSS und Office?“ wird sich vielleicht der Database Evangelist fragen, „Mag sein, dass ein Performance Point Server und PowerPivot, Daten nett veranschaulichen, aber das Herz einer ordentlichen Datenaggregation ist und bleibt mal SSAS. Also wäre es da nicht interessanter sich zu fragen, was der neue MS SQL Server 2008 R2 Neues mit sich bringt?”

Daten sind nur so viel Wert, wie sie auch gepflegt werden. Jeder Datenbank-Evangelist weiß das. Daten ohne Kontext in einen OLAP Cube zu bringen ist nicht immer trivial. Dieses Problem ist den 90ern schon aufgeschlagen und hat de facto dazu geführt, dass man XML erfand.

Die Qualität der Daten wird durch ihre Quelle bestimmt. Eine der größten Quellen sind immer noch Anwender, die Dateien auf den MOSS laden. In einem weiteren Blog schreibe ich dazu, wie vor allem Hilfsmittel wie Tagging und Social Networking im MOSS 2010 Anwender dazu bringen, sich auch um eine ordentliche Datenqualität zu kümmern. 2010 bietet zahlreiche Hilfsmittel, sodass Mitarbeiter eines Unternehmens von einer guten Datenpflege umgehend profitieren und die Aufbereitung für BI einfach wird.

Neben den Features zur Datenpflege gibt es in MOSS und Office 2010 auch zahlreiche neuen Features für die Datenvisualisierung. Stichwort neue Features im Performance Point Server, Power Pivot, Dash Board, Excel Services, etc. Auch das sind Elemen, die man BI Umfeld der Microsoft künftig sicher nicht mehr missen will. Auch dazu mehr in einem meiner nächsts Blogs.

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